Juni 2000

Bündelungspotential bei KEP-Diensten:

Die unter dem Begriff Citylogistik zusammengefassten Versuche, den Verkehr in den Innenstädten zu verringern, haben die
KEP-Branche erfasst. Bisher waren es vor allem Speditionen, die Lieferungen bündelten, um effizienter auszuliefern und damit
weniger Verkehr und geringere Kosten zu produzieren. jetzt gibt es in Gütersloh, Nürnberg und Köln Versuche, KEP-Dienste in
Stadtlogistik-Projekte einzubeziehen. Allerdings ist es umstritten, ob bei Kurierdiensten angesichts der Kundenforderungen
überhaupt Bündelungspotentiale vorhanden sind. Eine Studie der Technischen Universität Hamburg-Harburg hat hierzu
erstmals Fakten gesammelt.
In ihrem Projekt »Stadtlogistik – Stadtkuriere in Harnburg« haben die Forscher um Professor Dieter Läpple einen regionalen
Branchenüberblick geschaffen. Die vom Bundesverkehrsministerium geförderte Studie hatte drei wesentliche Teile: die
Befragung von KEP-Diensten und von Kunden sowie eine Analyse der Transportstruktur von Stadtkurieren. Daraus ergaben
sich Handlungs- und Gestaltungsansätze für Citylogistik-Projekte, die KEP-Dienste einbeziehen.
Die erste Befragung richtete sich an die KEP-Firmen selbst. 120 Unternehmen in Hamburg erhielten eine Fragebogen. 56
haben ihn beantwortet. Danach sehen sich 80 Prozent der Stadtkuriere vor allem von wachsenden Verkehrsproblemen
bedroht. Ihr größtes Verkehrsproblem ist das Parken und Halten. Zwar existieren für den Lieferverkehr extra gekennzeichnete
Haltezonen. Diese seien jedoch meistens von anderen Fahrzeugen blockiert. KEP-Dienste müssten daher in zweiter Reihe
parken, auch wenn das den Verkehrsfluss behindere. Und die Ordnungspolitik entschärft diese Situation nicht. Die Polizei lässt
nicht abschleppen, sondern sie verteilt »nur« Knöllchen. Das nehmen die KEP-Dienste hin.

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