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Der deutsche Paketmarkt 2018: Wachstum, Gadgets und Bananen

 

Im vergangenen Jahr näherte sich das Volumen der von den 5 großen Paketdiensten in Deutschland zugestellten Paketen der 3 Mrd. Marke. Insgesamt 2,95 Mrd. Sendungen wurden zugestellt – ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie bereits in den Vorjahren war die Entwicklung primär durch das starke Wachstum des Onlinehandels geprägt: Vor allem das B2C-Segment legte mit +11,6 Prozent kräftig (insgesamt knapp 1,8 Mrd. Pakete) und steht für mittlerweile 61 Prozent des Gesamtvolumens.

Gleichzeitig knackte das Volumen der Geschäftskundenpakete mit 1,02 Mrd. Sendungen erstmals die Marke von 1 Mrd. Paketen (+4 %). Schlusslicht bei den Volumina und der Wachstumsrate sind die Privatkundenpakete (C2C), die einen Rückgang von 3 Prozent verzeichneten und mit 130 Mio. Stück nur noch für rund 4 Prozent des Paketvolumens stehen. „Diese Zahlen belegen erneut deutlich die Bedeutung des B2C-Geschäfts für den Paketmarkt“, so MRU Geschäftsführer Horst Manner-Romberg.

 

Besonders bemerkenswert sind die Verschiebungen im dynamischsten Segment – den Sendungen für private Empfänger. Erstmals wurde die Warengruppe Bekleidung (320 Mio. Sdg., +8 %) als aufkommensstärkste Warengruppe durch Elektronikartikel und Kommunikation mit 330 Mio. Sendungen (+20 %) abgelöst. Ein Auslöser ist – neben der Saturierung des Onlinemodemarktes – das exorbitante Wachstum der geringwertigen Bestellungen bis 20 Euro. Neben lokalen Platzhirschen wie Amazon stellen in diesem Bereich chinesische Onlinehändler, die auf Marktplätzen wie AliExpress, Wish & Co. aktiv sind, eine wichtige Größe dar. Offenbar lieben es die deutschen Konsumenten, sich elektronische Gagdets wie Powerbanks oder Fitnessarmbänder zu bestellen.

 

Hohe Zuwachsraten verzeichnete auch die Warengruppen "Auto, Motorrad und Zubehör" (48 Mio. Sdg., + 35 %), wobei über Branchenprimus Amazon vor allem Zubehör wie Motoröl oder Felgenreiniger verkauft wurde, während die Nummer 2 – eBay – auch viel Hardware wie z. B. Reifen absetzte.

 

Aber auch die in der öffentlichen Wahrnehmung eine zunehmend wichtigere Rolle spielende Online-Bestellung von Lebensmitteln ließ das Paketvolumen um immerhin 20 Prozent in die Höhe schnellen. Insgesamt 62 Mio. Sendungen beförderten alteingesessene Händler wie Rewe oder Newcomer wie Picnic. Besonders häufig werden dabei Kiwis und Bananen in den virtuellen Einkaufskorb gelegt.

 

MRU GmbH

Die Unternehmensberatung, die ihren Fokus auf den Kurier-, Express- und Post-Markt richtet, wurde 1992  gegründet  und  beschäftigt  ein  Expertenteam  mit  fundiertem  theoretischem  Wissen  und umfangreichen  Praxiserfahrungen.  Ihre  Kernkompetenzen  liegen  im  deutschsprachigen  und europäischen Markt, in dem sie eine neutrale und unabhängige Instanz darstellt.

 

Titelbild:Photo by Scott Webb on Unsplash

 

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Kommentar von Sensor25 |

Bei den Möglichkeiten mit Online-Shopping wundert mich das Wachstum bei B2C eigentlich nicht. Und das erklärt sicherlich auch den Rückgang bei C2C-Sendungen. Es wird mehr neugekauft und alte Sachen fliegen eher weg. Früher hat man sich wenigstens noch die Mühe gemacht sowas mal bei Ebay zu verkaufen oder so. Wäre schön, wenn ihr solche Wachstumsvergleiche vielleicht auch mal für die USA oder China bringen könntet.