(Kommentare: 0)

iKEP auf der LMCL Berlin: Nachhaltigkeit und Innovation jetzt

Von links nach rechts: Thomas Geldmacher (KEP Wirtschaftsdienst), Andreas Schumann (BdKEP), Mario Traunspurger (RMS MOOVE), Lennart Zander (BdKEP), Dirk Brauer (messenger Transport+Logistik) und Katrin Moritz (BdKEP).

 

Im Rahmen der Last Mile City Logistics (LMCL) Berlin fand am 29.07.2022 der Innovationstag Kurier-Express-Post-Paket (iKEP) statt. Im Fokus stand die Zukunftsausrichtung der Branche sowie aktuelle Herausforderungen im Arbeitsalltag, besonders für traditionelle mittelständische KEP-Dienste.

Vom 29. bis 30. Juni versammelten sich im Motorwerk in Berlin fast alle namhaften Player rund um die letzte Meile. Es war die erste Präsenzveranstaltung der Last Mile City Logistics-Community, die sich primär online organisiert. Doch während die Austeller und Start-ups im Messebereich, auf der Main Stage und bei Workshops vor allem Visionen für die Zukunft der Paketzustellung ins Rampenlicht rückten, fassten wir beim iKEP des BdKEP aktuelle Herausforderungen und serienreife Lösungsansätze ins Auge. Die Themenschwerpunkte waren auch die Energiewende sowie das Verbrennerverbot ab 2035. Neben BdKEP-Mitgliedern auf der Bühne und im Publikum zog die Veranstaltung auch zahlreiche Besucher.innen der Messe und Pressevertreter.innen an.

Zu Beginn plädierte Martin Schmidt, unter anderem Vorstandsmitglied des Radlogistikverbands Deutschland und Geschäftsführer bei Cycle Logistics CL GmbH, eindrücklich für bessere Arbeitsbedingungen für Zusteller.innen und mehr Freiräume für die Paketlogistik in Innenstädten. Greta, Covid und zuletzt Putin hätten die äußeren Umstände sowie den Markt grundlegend verändert; ganz konkret sei zum Beispiel unentgeltlicher Versand mittlerweile genauso untragbar wie Verbrenner in Innenstädten geworden. „Liebe Leute da draußen, ihr müsst es euch aussuchen: Guter Service ist nicht billig“, schloss Schmidt.

Im Anschluss hatte Keynotespeaker Stephan Schwarzkopff unangenehme Wahrheiten für das versammelte Publikum: Er rief die etablierten Unternehmen nicht nur zu mehr Agilität und Innovation auf, sondern auch dazu, jüngere Unternehmen zu unterstützen. Statt gesetzliche Vorgaben abzuwarten und reaktionär umzusetzen, betonte Schwarzkopff den Wert von Proaktivität. Der Interventions-Manager und Businesscoach gab außerdem Ratschläge zum richtigen Umgang mit „bedrohlichen Informationen“: „Der erste Fehler ist eine unerwartete Handlungsfolge und damit verzeihlich. Der zweite Fehler allerdings ist eine erwartete Handlungsfolge.“

 

Energiewende und Klimaschutzvorgaben in der KEP-Branche

Walter Trezek, Spezialist für Handel und Logistik und Vorsitzender der Universal Postal Union, eröffnete das erste Panel und sprach sich für die voranschreitende Digitalisierung als Voraussetzung für die Ökologisierung aus. Michael Nutto von der PTV Planung Transport Verkehr GmbH fügte hinzu, dass „viele Probleme sich lösen lassen, indem wir digitalisieren“. In Zukunft würde der CO2-Ausstoß durch Gesetze und Sanktionen sicherlich noch stärker reguliert, und obwohl Nachhaltigkeit ein gesellschaftspolitisches Thema sei, finde sich die KEP-Branche unweigerlich an der Front wieder.

Wie ein Unternehmen soziale und ökologische Standards wirtschaftlich und korrekt umsetzen kann, zeigte Markus Schwarz, Geschäftsführer und CIO der Fairsenden GmbH. Der Ausbau der Infrastruktur für E-Mobilität sowie passende IT-Unterstützung stünden für ihn und das Gelingen des Geschäftsmodells im Vordergrund, denn Fairsenden sei ein komplett nachhaltiges High-Tech-Unternehmen, das noch dazu fair arbeite. Das nehme aber auch etwas mehr Zeit in Anspruch: „Logistisch sinnvolle Bündelung ist in 10 Minuten nicht möglich.“ Die Erwartungshaltung der Konsument.innen müsse dementsprechend gesteuert werden.

 

Verbrennerverbot für leichte Nutzfahrzeuge ab 2035

Vor dem Hintergrund des erst kürzlich von der EU beschlossenen Verkaufsstopps von Verbrennermotoren ab 2035 verkündete Andreas Schumann, Vorsitzender des BdKEP, dass wir nicht gegen das Verbot vorgehen werden, sondern stattdessen für und mit den BdKEP-Mitgliedern auf alternative Treibstoffe umsteigen wollen. Thomas Geldmacher, Geschäftsführer KEP Wirtschaftsdienst, berichtete dann, dass die Fahrzeug-Beschaffung schon jetzt durch die Lieferkrise extrem gestört sei. Die Nachfrage nach Verbrennern sei in diesem Jahr um über 40% im Vergleich zu 2019 gesunken. Selbst wenn die Produktion kurzfristig wieder normal anlaufen könne, bräuchten Produzenten über sieben Monate, um den Auftragsbestand abzuarbeiten. „Der Verbrennerausstieg ist alternativlos. Ein Ausstieg bis 2030 wäre wünschenswert und besser“, ergänze Lennart Zander, ebenfalls vom BdKEP.

Dass ein emissionsfreies System nicht nur funktioniert, sondern echte Mehrwerte erschließt, bewies Mario Traunspurger von RMS MOOVE GmbH. Er zeigte, wie die Hardware-Spezialisten und Systemintegratoren aus Ravensburg Effizienzen verschiedener emissionsfreier Fahrzeugtypen in ein einziges Gesamtsystem einbetten. RMS MOOVE fokussiere dabei auf die Containerisierung als bewährtes System aus Luft- und Schifffahrt: „Container sind das Mittel für den effizientesten Umschlag. Deshalb haben wir Container entwickelt, die die gesamte innerstädtische Logistik abdecken können und den sicheren Warenumschlag in wenigen Sekunden ermöglichen.“

Für die serienreifen technischen Komponenten sowie die optimierten Prozessabläufe suche man stetig Tester für weitere Pilotprojekte. Zudem können sich Anwender in einer aktuellen Blitzumfrage zu Anforderungen und Prioritäten bei der Bewältigung der Herausforderungen rund um die letzte Meile äußern. Hier können Sie Ihre Meinung mitteilen: Link zur Umfrage

 

+++ Beginn INFOBOX +++ Über RMS MOOVE +++

Als Tochtergesellschaft von Reithmeier Mobility Solutions GmbH steht RMS MOOVE seit 2019 für die Entwicklung und den Vertrieb von markenunabhängigen Behälter-Wechselsystemen für Lastenfahrräder als nachhaltige Transportlösung für die Zustellung auf der letzten Meile.

Weitere Informationen: http://rms-moove.com/

+++ Ende INFOBOX +++ Überschrift +++

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 2 und 3.