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KEP-Markt: Den Daten gehört die Zukunft

BdKEP - Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V.

Verkehrsrundschau 31/ 2014

Zugang zu Daten wird zu entscheidendem Wettbewerbsfaktor

Mit KEP-Diensten verbindet man bisher eher die schnellen Sprinter auf Autobahnen, lokale Fahrradboten, in zweiter Reihe J parkende Paketautos oder Briefzusteller. Doch die Digitalisierung zwingt auch dieser Branche ihre unsichtbaren Regeln auf, der Zugang zu Daten und dem damit verknüpften Wissen wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Nur mit Hilfe dieser Daten ist es möglich, neue Geschäftsmodelle zu erschließen, die Effizienz von Prozessketten zu verbessern oder die Zufriedenheit der Kunden zu steigern. Für den KEP Markt kristallisieren sich drei Kategorien von miteinander verbundener Datenbanken heraus: Das Wissen über Empfängerpräferenzen, Verzeichnisse über postalische Infrastrukturen sowie Logistikdaten wie Track & Trace.

Empfängerpräferenzen

Empfängerpräfenzen ist das Wissen darüber, welche Empfänger wie bereit sind, Warensendungen zu empfangen. Zentrale Bestandteile dieser Datenbanken sind digitale Abbildungen der Identität realer Empfänger sowie deren Festlegungen über alternative Zustellorte, wie Paketboxen, Postshops, Nachbarn oder Arbeitsstellen. Auf Basis dieses Wissens können Zustellkosten für Warensendungen gesenkt und neue Serviceangebote entwickelt werden.

Verzeichnis über postalische Infrastrukturen

An welchem Ort kann zu welchem Zeitpunkt welche postalische Infrastruktur genutzt werden. Das sind Informationen, die Datenbanken über postalische Infrastrukturen liefern. Konkret heißt das z.B. welche Paketbox/ Paketshop an welchen Standorten mit welcher Technologie wann verfügbar ist oder welcher Dienstleister welche Zustellkapazitäten mit welchen technischen Rahmenbedingungen (z.B. Kühlung) in welchem Zeitfenster bereitstellen kann?

Logistik – Daten (z.B. Track & Trace)

Über Logistikdatenbanken werden die Prozessabläufe geplant und gesteuert. Auf Basis dieses Wissens werden Prozesskosten berechnet und optimiert sowie die Einhaltung gesetzlich festgelegter Rahmenbedingungen sichergestellt und dokumentiert. Sie sind Grundlage für Servicedienstleistungen mit denen Empfänger die Zustellung von Warensendungen aktiv und wenn nötig in Echtzeit steuern können.

Diskriminierungsfreier Zugang zu Daten sichert Wettbewerb

Die Digitalisierung der KEP Märkte birgt große Chancen für kleine und mittelständische Unternehmen. Besonders bisher noch monopolistisch oder oligopolistisch organisierte Marktsegmente könnten weiter liberalisiert werden, wenn für neue Marktteilnehmern der diskriminierungsfreie Zugang besonders zu den Verzeichnissen über postalische Infrastrukturen und Empfängerpräferenzen sichergestellt wird. Entsprechende politische Initiativen wie auf dem Post- und Telekommunikationsmärkten wären hier sinnvoll. Sofern es einzelnen Marktteilnehmern gelingen sollte, diese Daten exklusiv zu verwalten und andere Marktteilnehmer von der Nutzung auszuschließen, würden neue Monopole entstehen bzw. bestehende Monopole zu Lasten des Wettbewerbs gefestigt. Der BdKEP setzt sich für offene Postmärkte ein und hat deshalb im Mai 2014 die Open Postal Alliance gestartet. Technologieanbieter, KEP-Unternehmen, Institutionen sowie Verbrauchervertreter sind eingeladen, sich gemeinsam für den diskriminierungsfreien Zugang zum Postmarkt für alle Marktteilnehmer einzusetzen.

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