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Krieg in der Ukraine | Wie verändert er die KEP Branche?

 

 

Krieg in der Ukraine | Wie verändert er die KEP Branche?

 

Die Auswirkungen des Ukrainekrieges treffen die KEP Branche hart. Die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der sich die Veränderungen nun vollziehen, stellt die Entwicklungen aus der Coronapandemie weit in den Schatten. Vor kurzem haben wir uns noch auf die zurückkehrende vertraute „Normalität“ gefreut. Jetzt wird klar, dass die Vor-Corona-Zeit nicht wiederkommen wird.


Energiewende | nicht ob und wann sondern möglichst sofort

Die Geschäftsmodelle in der KEP Branche basieren u.a. auf günstigen und verfügbaren Kraftstoffen. Der Umstieg auf Antriebsformen aus erneuerbaren Energien hat bisher bis auf einzelne Ausnahmen faktisch nicht stattgefunden. Steigende Kraftstoffkosten, angestrebte Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen sowie das Risiko von Lieferengpässen beschleunigen die bisher auf die nächsten 30 Jahre geplante Energiewende zu einer in den kommenden Jahren erzwungen Wende.

 

 

Neufahrzeugen fehlen und Preise „explodieren“


Die bereits durch die Auswirkungen der Pandemie gestörten Lieferketten der Fahrzeughersteller sind durch den Ukrainekrieg erheblich zusätzlich beeinträchtigt. Besonders die fehlenden Kabelbäume aus der Ukraine können nicht kurzfristig ersetzt werden. Im Zuge der wachsenden Unsicherheiten verteuern und verknappen sich Rohstoffe bspw. für Elektrobatterien. Die Zulassungszahlen für Nutzfahrzeuge bis 3,5 t zGG sind deshalb schon heute gegenüber 2019 um mehr als 20% zurückgegangen. Verfügbare Ressourcen nutzen Fahrzeughersteller zudem lieber für die Herstellung margenstärkerer Fahrzeuge als für Nutzfahrzeuge.


Für die KEP Branche ist die Situation noch weitaus dramatischer. Bei den meisten Herstellern sind die Fahrzeuge zur Auslieferung an die KEP Branche für 2022 ausverkauft. Traditionell hatte die Branche Zugang zu hohen Rabatten bis zu 50%. Quasi über Nacht ist die Branche nun für Autohersteller unattraktiv geworden. Die noch verfügbaren Nutzfahrzeuge werden nun an zahlungskräftigere Abnehmer ohne Rabatte verkauft. Für KEP Unternehmen bedeutet dies zukünftig Kostensteigerungen bis hin zur Verdopplung der Preise. Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge ist aktuell nur eingeschränkt möglich. Sie sind ebenfalls nicht in ausreichender Anzahl lieferbar. Die längere Nutzung bestehende Flotten lässt zusätzlich die Reparaturkosten steigen.

   Siehe auch unseren Beitrag vom Dezember 2021 & Update Januar 2022 | Fahrzeugmangel und wenn ja, wie viele... UPDATE 2022

 

 

Nötige Veränderungen bedeuten, mit Tabus zu brechen


Grundsätzlich gibt es drei Antworten für diese Entwicklungen:
Anpassungen bzw. Effizienzsteigerung bei der Leistungserbringung, Mehrerlöse durch Weitergabe der Kostensteigerungen an Kunden oder neue Serviceangebote sowie auch Einstellung von Serviceleistungen. Staatliche Subventionen sind keine zukunftsfähige Antwort. Sie erleichtern jedoch die Übergangszeit.


Diese extremen Veränderungen fordern jedoch auch extreme Antworten. Effizienz- oder Erlössteigerungen müssen im deutlich zweistelligen Prozentbereich liegen. Das bedeutet auch, mit bisherigen Tabus zu brechen. Bündelung von Sendungsmengen über mehrere Dienstleister, Zustellung von Zeitungen bis in den Vormittag hinein, mehrheitliche Umstellung auf Elektromobilität sind einige davon.


BdKEP unterstützt bei Umstrukturierungen


Der BdKEP unterstützt Mitglieder mit Know How, attraktiven Einkaufsvorteilen bei vielen Lieferanten und seinem umfangreichen Kontaktnetzwerk bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen.

   Siehe auch unseren Beitrag vom 24.05.2022 | BdKEP & KEP Wirtschaftsdienst | Vorteilswelt für die Beschaffung neuer Fahrzeuge

BdKEP | Berlin, 19. Mai 2022

Andreas Schumann
Vorsitzender des BdKEP

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Photo by Hugo Jehanne | Max Kukurudziak  | Tomas Sobek  on Unsplash

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