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CCB4U – Förderprojekt zur Einführung von Lastenrädern bei KEP-Unternehmen
Mit dem Forschungsprojekt CCB4U – Commercial Cargo Bikes for Urban Logistics – entsteht ein digitales Planungssystem für Logistikunternehmen. Es unterstützt Unternehmen dabei zu prüfen, wo Lastenräder im eigenen Betrieb sinnvoll eingesetzt werden können. Die drei Module helfen bei der Bewertung der Lastenradnutzung im Tagesgeschäft, bei langfristigen Kosten‑ und Fuhrparkentscheidungen und bei der praktischen Umsetzung im Betrieb.
Ausgangslage
Für kleine und mittelständische KEP-Unternehmen stellt sich eine praktische Frage: Wo können Lastenräder im eigenen Zustellbetrieb sinnvoll eingesetzt werden – und wo nicht?
Einzelne Pilotprojekte liefern zwar erste Erfahrungen. Häufig fehlt jedoch eine belastbare Grundlage, um abzuschätzen, welche Auswirkungen der Einsatz von Lastenrädern auf Tourenplanung, Kosten und die Zusammensetzung des eigenen Fuhrparks hätte.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt CCB4U an.
Der Lösungsansatz von CCB4U
Um Unternehmen eine strukturierte Entscheidungsgrundlage zu bieten, kombiniert CCB4U mehrere Analyse- und Planungswerkzeuge. Diese greifen ineinander und unterstützen sowohl die Einsatzplanung als auch die Investitionsentscheidungen und die organisatorische Integration im Betrieb. Dafür entwickelt das Projekt drei aufeinander abgestimmte Module:
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1. Operative BewertungDas simulationsgestützte Tool untersucht typische Zustelltouren und zeigt, wo Lastenräder im Betrieb eingesetzt werden könnten und wo nicht. So können Unternehmen besser einschätzen, wie sich unterschiedliche Varianten der Fuhrparkzusammensetzung auf Kosten, Tourenstruktur und Servicequalität auswirken. |
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2. Strategische KostenbewertungDas TCO-Modell (Total Cost of Ownership) betrachtet die Gesamtkosten verschiedener Fahrzeugtypen über ihre gesamte Nutzungsdauer. Dabei werden Anschaffung, Betrieb, Wartung sowie mögliche regulatorische Entwicklungen berücksichtigt, um langfristige Fuhrparkentscheidungen besser einschätzen zu können. |
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3. Integration in den BetriebLeitfäden, Checklisten und Reifegradmodelle unterstützen Unternehmen dabei, Lastenräder praktisch in den Betriebsalltag zu integrieren. Behandelt werden Themen wie Anpassungen in der Tourenplanung, Qualifikation des Personals sowie die Einbindung in bestehende IT- und Fuhrparksysteme. |
Ziel des Projekts ist es, diese Module im Verlauf der Projektlaufzeit zu entwickeln und gemeinsam mit Praxispartnern zu erproben. Perspektivisch sollen Unternehmen damit eine fundierte Grundlage erhalten, um:
- unterschiedliche Einsatzszenarien zu vergleichen,
- wirtschaftliche Auswirkungen abzuschätzen und
- die passende Fuhrparkzusammensetzung für ihren Betrieb zu bewerten.
Nutzen für BdKEP-Mitglieder
Das Projekt adressiert zentrale Fragen mittelständischer Logistikunternehmen bei der Bewertung des Einsatzes von Lastenrädern.
- Reduzierung von Unsicherheit bei Investitionen
- Transparente Wirtschaftlichkeitsanalysen
- Unterstützung bei der Bewertung der Flottenkonfiguration
- Vorbereitung auf eventuelle regulatorische Anforderungen
Fazit
CCB4U soll Unternehmen dabei unterstützen, den möglichen Einsatz von Lastenrädern im eigenen Zustellbetrieb realistisch zu bewerten. Ziel ist es, Investitionsentscheidungen auf Basis nachvollziehbarer Daten vorzubereiten und Unternehmen eine bessere Orientierung bei der zukünftigen Entwicklung ihres Fuhrparks zu geben.
Projektpartner
- Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Projektkoordination)
- Hochschule Anhalt (Wissenschaftlicher Partner)
- Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. (Praxispartner)
- Radlogistikverband Deutschland e.V. (Praxispartner)
Förderung
- Förderung: Nicht investive Maßnahmen zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 3.0 (NRVP)
- Fördergeber: Bundesministerium für Verkehr (BMV)
- Projektträger: Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM)
- Fördervolumen gesamt: ca. 293.000 €
- Laufzeit: Dezember 2025 – Mai 2027 (18 Monate)

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